Ausgelöffelt /

Ausgelöffelt

Die Kneipe am Eck wird neu eröffnet. Ein kostenloses Büfett soll Neugierige anlocken. "Was willst Du?", fragt Peter. "Hauptsächlich Salat!" "Löffel oder Gabel?" "Gabel!" "Aber mit einem Löffel kommst Du doch besser zurecht." Ich bestehe auf meiner Gabel.

Peter kommt zurück. Mein Teller ist randvoll. ich nehme die Gabel und mache mich an die Arbeit. Plötzlich spricht ein Fremder Peter an. "Mit dem Löffel kommt er besser zurecht." Peter entschuldigend: "Das habe ich ihm auch gesagt." Der Fremde nimmt mir die Gabel aus der Hand und kommt mit einem Löffel zurück. Dann setzt er sein Gespräch mit Peter fort. "Mein Großvater war auch blind. Ich kenne mich da aus. Man darf nicht lange fackeln, sondern muss handeln!"

Daniel Schneider

Aus: "Die Gegenwart", Zeitschrift des DBSV, Nr. 3, März 2003.
Weitere ausgewählte Artikel aus der "Gegenwart" finden Sie auf der Homepage des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

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Erstellt am Do, 29.07.04, 08:01:19 Uhr.
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